Für die Mannschaft von Trainer David Wagner gilt es nun, aus dem Spiel und besonders dem späten Ausgleich gegen den 1. FC Köln die richtigen Schlüsse zu ziehen.

von Norbert Neubaum

Gelsenkirchen

, 06.10.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ralf Rangnick, Schalkes Ex-Trainer, hält eine „seriöse“ Zwischenbilanz erst nach zehn Spieltagen für möglich. David Wagner hat sich als Trainer-Neuling in der Bundesliga dafür sogar erst das Hinrunden-Ende in seinem Terminkalender königsblau angestrichen.

Dabei lässt sich ein Fazit nach sieben Spieltagen schon ziehen: Es läuft für Schalke besser als erwartet. 14 Punkte aus sieben Spielen sind mehr als vorher vermutet, dass es am Samstagabend dann doch nichts mit der Tabellenführung war, wurde nach erster Ernüchterung wohltuend gelassen registriert.

Nun bleibt den Schalker Fußballern in der Länderspielpause zumindest der öffentliche Reflex erspart, der die ja gerade erst „wiederauferstandenen“ Königsblauen als Spitzenreiter nun wahrscheinlich schon mit der Titel-Frage konfrontiert hätte.

Zwei-Punkte-Verlust ist ärgerlicher

Das Nicht-Erklimmen der Tabellenspitze sollte Schalke aktuell also herzlich egal sein. Ärgerlicher sind da schon die zwei Punkte, die der Mannschaft von David Wagner in letzter Minute durch die Lappen gingen.

Über allem stehen aber die Schlüsse, die Schalke aus so einem Spiel ziehen wird. Der Verlauf der Partie gegen Kellerkind Köln bot eine ganze Palette an möglichen Lern-Effekten – vor allem deckte das Spiel gegen die Rheinländer fast schon schonungslos auf, dass es keine leeren Worte sind, wenn David Wagner davor warnt, dass seine Mannschaft zu einer kompletten Stabilität doch noch einiges fehlt und dass sie nach wie vor erst auf dem Weg ist, sich zu entwickeln – in die richtige Richtung zwar, vor Rückschlägen aber nicht gefeit.

Richtung stimmt trotzdem

Diesen Status hat Schalke in der Liga nicht exklusiv – fast alle Mannschaften suchen noch nach konstant guter Form, Schalke hat sich in einer bereits deutlich geteilten Tabelle immerhin in der oberen Hälfte etabliert.

Lernt die Mannschaft aus dem Spiel gegen Köln – aber nur dann –, kann sie sogar um einen Europapokal-Platz mitspielen. Dahin geht nun natürlich, auch wenn es noch niemand öffentlich ausspricht, ein erster Blick.

Zahlen belegen Bedeutung Europas

Dass Schalke rasch wieder auf die internationale Bühne muss, belegen die Zahlen, die angesichts des sportlichen Höhenfluges fast untergingen: Mögliche 35 Millionen Euro Verlust in einem Jahr ohne Europapokal – für das Gesamt-Konstrukt Schalke ist Europa wichtiger als eine Tabellenführung am siebten Spieltag.

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