Trotz Hüftschmerzen: Zverev nach Sinner-Revanche im Finale

In der Vorwoche hat Alexander Zverev das erste ATP-Turnier in Köln gewonnen, am Sonntag könnte er diesen Erfolg wiederholen. Auf dem Weg dorthin revanchierte er sich für eine seiner bittersten Niederlagen in der jüngeren Vergangenheit.

24.10.2020, 21:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alexander Zverev schlug einen Ball in die leeren Zuschauer-Ränge und zog sich erleichtert das Stirnband vom Kopf: Nach der erfolgreichen Revanche für sein French-Open-Aus gegen Teenager Jannik Sinner ist Deutschlands bester Tennis-Spieler noch einen Sieg vom zweiten Turnier-Erfolg in acht Tagen entfernt. Obwohl die am Freitag erlittene Hüftverletzung noch nicht voll auskuriert war, schlug der 23-Jährige, der am vergangenen Sonntag auch das erste Turnier in der Domstadt gewonnen hatte, Sinner im Halbfinale mit 7:6 (7:3), 6:3.

Gegen den 19 Jahre alten Südtiroler hatte er 20 Tage zuvor im Achtelfinale der French Open noch angeschlagen in vier Sätzen verloren. Weswegen ein Verzicht nicht in Frage kam. „Ich habe heute Morgen ein MRT gemacht. Ich war nicht ganz gesund, aber ich konnte spielen“, sagte Zverev: „Hier zu Hause und gegen einen Spieler gegen den ich gerade verloren habe, das war immer in meinem Kopf. Ich habe gedacht: Nicht nochmal, das verliere ich heute nicht.“ Sinner, so der vier Jahre ältere Zverev, sei aber „ein kommender Superstar“.

Zverevs Final-Gegner am Sonntag um 19.30 Uhr ist im Duell der hinter ihm an Nummer zwei gesetzte Diego Schwartzman. Der Argentinier besiegte den Kanadier Felix Auger-Aliassime mit 6:4, 5:7, 6:4 und verhinderte so eine Neuauflage des Finales aus der Vorwoche.

Nach dem Halbfinale äußerte Zverev Zweifel am Funktionieren der elektronischen Linientechnik Hawkeye. „Ich bin ja ein Fan von dieser Technik. Aber heute waren Fehler dabei. Sogar ein extremer, als der Ball wirklich deutlich im Aus war“, sagte er: „Ich weiß nicht, ob man das System nach ein oder zwei Wochen mal nachprüfen muss. In der ersten Woche hat es fehlerfrei funktioniert. Aber ich hatte auch schon im letzten Match das Gefühl, dass es da ein paar Fehler gab.“

Zverev spielt am Sonntag somit erneut um 250 Weltranglisten-Punkte und 13 320 Euro Preisgeld. Um zumindest 3015 Euro pro Person und den Turniersieg kämpfen ab 16.30 Uhr die zweimaligen French-Open-Sieger Andreas Mies und Kevin Krawietz. Nach dem Viertelfinal-Sieg gegen die Zverev-Brüder Alexander und Mischa setzte sich das beste deutsche Doppel gegen den Neuseeländer Marcus Daniell und den Österreicher Philipp Oswald mit 6:4, 6:3 durch. Gegner am Sonntag sind der Südafrikaner Raven Klaasen und der Japaner Ben McLachlan.

„Es ist natürlich wunderschön, so ein tolles Turnier zu spielen“, sagte der Kölner Lokalmatador Mies, der unter den 250 insgesamt zugelassenen Personen in der Halle viele Unterstützer hatte: „Es ist vor allem schön, vor der Familie zu spielen. Ich habe ein paarmal hochgeschaut. Meine Eltern waren da, meine Schwester, meine Nichte, meine Freundin und die Freundin von Kevin, unser Physio - es waren einige dabei. Das puscht uns.“

Derweil darf Köln nach der insgesamt gelungenen Premiere hoffen, dauerhaft Austragungsort von ATP-Turnieren zu werden. „Ich habe die Hoffnung, dass wir nicht das letzte Mal hier waren“, sagte die Turnierdirektorin Barbara Rittner. Veranstalter Edwin Weindorfer erklärte, Köln habe sich „in eine sehr, sehr gute Position gebracht“.

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