Nächste Schalker Niederlage: 1:4 in Gladbach

Schalke steuert weiter auf einen frustrierenden Bundesliga-Rekord zu. Beim 1:4 in Mönchengladbach konnte das Schlusslicht nur in der Anfangsphase mithalten.

28.11.2020, 20:32 Uhr / Lesedauer: 3 min

Auch nach einigen Personalwechseln taumelt der Tabellenletzte FC Schalke 04 weiter dem Bundesliga-Negativrekord entgegen. Das Team von Trainer Manuel Baum verlor am Samstagabend beim 1:4 (1:2) bei Borussia Mönchengladbach auch das 25. Erstligaspiel in Serie. Bis zur historischen Bundesliga-Negativmarke von Tasmania Berlin aus der Saison 1965/1966 fehlen nun nur noch sechs weitere Spiele ohne Sieg.

Florian Neuhaus (15. Minute), Oscar Wendt (36.), Marcus Thuram (52.) und Hannes Wolf (80.) besiegelten für den Champions-League-Teilnehmer vom Niederrhein den 30. Bundesliga-Heimsieg gegen die Königsblauen. Nur gegen Werder Bremen gelangen der Borussia ebenso viele Siege daheim. Das erste Bundesliga-Tor von Benito Raman (20.) seit fast einem Jahr war zu wenig für die nur zu Beginn engagierten Schalker, die nach der Pause keine Chance mehr hatten.

„Mein Tor war sehr wichtig, weil die erste Hälfte schwer für uns war. Schalke hat gut angefangen, wir hatten etwas schere Bein. Aber dann sind wir gut ins Spiel gekommen und haben verdient gewonnen“, sagte Oscar Wendt bei Sky. Glücklich über seinen Treffer war auch Nationalspieler Florian Neuhaus: „Wenn man so einen Lauf hat, dann gehen auch solche Dinger rein, wenn Drei auf der Linie stehen.“

Durch die erneute Niederlage bleibt das Traditionsteam aus Gelsenkirchen auch nach neun Spieltagen Letzter mit nur drei Punkten. Gladbach hingegen ist auch trotz des Verzichts von Trainer Marco Rose auf gleich vier Führungsspieler in der Startelf wettbewerbsübergreifend neun Heimspiele in Serie ungeschlagen und hält mit 15 Zählern als Siebter den Kontakt zur Spitzengruppe.

Zumindest kämpferisch hielten die geplagten Schalker zunächst mit. Nach dem 0:2 gegen Wolfsburg am vergangenen Wochenende hatte es in Gelsenkirchen ordentlich gekracht. Neben Kaderplaner Michael Reschke musste auch Stürmer-Oldie Vedad Ibisevic gehen. Zudem wurden Amine Harit und Nabil Bentaleb zum wiederholten Male suspendiert.

„Es war keine schöne Woche und es waren sicher auch keine angenehmen Gespräche“, sagte der ebenfalls in der Kritik stehende Sportvorstand Jochen Schneider vor dem Spiel bei Sky. Trainer Baum versuchte es noch mit mehr Spielerwechseln und brachte unter anderen überraschend den 19 Jahre alten Matthew Hoppe aus dem Regionalliga-Team, für das der US-Amerikaner in 15 Einsätzen allerdings erst ein Tor geschossen hat. „Wir wollten mutig nach vorn stehen. Das lief zunächst ganz ordentlich“, sagte Stürmer Steven Skrzybski.

„Entscheidend ist, dass elf Kämpfer auf dem Platz stehen“, hatte Baum zu seinen Personal-Entscheidungen erklärt und Skrzybski fügte hinzu: „Das können wir als Spieler nicht beeinflussen, wir müssen unsere Leistung bringen. Wir brauchen jetzt endlich Ergebnisse.“ Sein Teamgefährte Mark Uth gab zu: „Mit einer Niederlage kann ich nie leben, aber wir hatten gute Phasen. Aber dann ist bei uns leider wieder der Stecker gezogen worden mit dem 3:1.“

Engagiert war Baums Team in der Tat, spielerisch aber klar unterlegen, obwohl Gladbach auch in einer völlig ungewohnten Formation spielte. Trainer Rose hatte vor dem wichtigen Champions-League-Spiel am Dienstag gegen Inter Mailand zunächst Kapitän Lars Stindl, Weltmeister Christoph Kramer, Stefan Lainer und Nico Elvedi geschont.

Das machte sich aber erst nach der Führung von Nationalspieler Neuhaus bemerkbar, die Denis Zakaria bei seinem Startelf-Comeback nach monatelanger Verletzungspause mit einem starken Ballgewinn eingeleitet hatte. Danach wurde das Gladbacher Spiel auf einmal ungenau. Vor dem Ausgleich leistete sich Frankreichs Nationalspieler Thuram einen katastrophalen Abspielfehler.

Einige Minuten lang drohte das Spiel zu kippen, ehe Neuhaus bei einem schnellen Vorstoß Wendt die erneute Führung auflegte. Danach wurde das Gladbacher Spiel wieder ruhiger und es häuften sich weitere Möglichkeiten. Zunächst scheiterte Thuram noch per Kopf an der Latte (39.). Nach dem Wechsel sorgte der 23-Jährige mit seinem zweiten Saisontor dann für die Vorentscheidung. Insgesamt blieb Thuram dennoch unglücklich. Das sichere 4:1 vergab er leichtfertig (64.), das besorgte wenig später dann Hannes Wolf.

Da Gladbach das Spiel nun aber klar dominierte, blieb es beim gewohnten Bild und dem beispiellosen Absturz der Schalker seit dem bislang letzten Bundesligasieg im Januar, als gegen Gladbach noch als Tabellenfünfter ein 2:0 glückte. Anschließend ging es rapide bergab.

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