Mann läuft vor Glastür: Prozess um Schadensersatz gestartet

Ein Mann, der in einem Herforder Supermarkt vor eine automatische Glastür gelaufen ist, klagt seit Mittwoch vor dem Bielefelder Landgericht auf 10 000 Euro Schmerzensgeld. Er hatte sich durch den Unfall das Nasenbein gebrochen. Seitdem kann er nach eigenen Angaben nicht mehr richtig riechen und schmecken.

12.08.2020, 14:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eingang des Landgerichtes Bielefeld. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Eingang des Landgerichtes Bielefeld. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

Eine Überwachungskamera hatte den Unfall im Juni 2019 aufgezeichnet. Der Mann - ein Rettungssanitäter - kaufte während einer Pause ein, bezahlte, drehte sich um und ging zügigen Schrittes auf die Automatiktür zu. Die Tür öffnete sich leicht, doch der Mann stieß mit dem Gesicht gegen den noch nicht ganz geöffneten Türflügel. Sechs Wochen war er laut Klage danach krankgeschrieben.

Den Unfall führt der Mann auf eine Fehlfunktion der Tür zurück. Die habe sich viel zu spät geöffnet. Das sei ein Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht des Supermarkt-Betreibers.

Der wandte ein, dass die Tür unmittelbar vor dem Unfall noch gewartet worden sei und auch keine ähnlichen Unfälle gemeldet worden seien. Schadensersatz will der Supermarkt nicht zahlen. Auch das Gericht schätzte in der Verhandlung die Erfolgsaussichten für den Kläger als gering ein. Eine zeitlich verzögerte Öffnung einer Automatiktür begründe keine Haftung. Die Rechtsprechung gehe bisher davon aus, dass ein Kunde aufpassen müsse. Eine Entscheidung soll am 23. September fallen.

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