Erstes 3D-Druck-Wohnhaus entsteht in Westfalen

Im westfälischen Beckum entsteht derzeit das nach Angaben des Landes erste Wohnhaus aus dem 3D-Drucker. Ein großer Drucker, aus dessen Düse Spezialmörtel oder -beton kommen, druckt dazu Schicht um Schicht die Wände des zweigeschossigen Einfamilienhauses. Das Landesbauministerium fördert das Pilotprojekt mit 200 000 Euro und erhofft sich Erfahrungen, die beispielgebend für die gesamte Baubranche sein dürften, wie es am Dienstag mitteilte.

29.09.2020, 13:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Drucker sei flexibel einsetzbar und schneller, weil nicht mehr Stein auf Stein gesetzt werden müsse. Er schaffe einen Quadradmeter in fünf Minuten, hieß es aus dem Ministerium. In Beckum werden gerade die ersten Wände des Hauses mit etwa 80 Quadratmetern späterer Wohnfläche pro Stockwerk hochgezogen.

Am Dienstag machte sich Landesbauministerin Ina Scharrenbach (CDU) auf der Baustelle ein Bild von den Fortschritten des Pilotprojektes. Sie sei stolz, dass das Haus in NRW entstehe. „Damit ist Nordrhein-Westfalen Vorreiter für Deutschland“, sagte sie laut Mitteilung. „Weitere Projekte sind in der Druckerschleife“, kündigte sie an.

Das Bauministerium erhofft sich von dem Projekt Erfahrungen, die beispielsgebend für die gesamte Baubranche sein dürften. In mehreren Ländern, etwa in den USA oder Belgien, stehen bereits Gebäude aus dem Drucker. Die Anzahl der Forschungsinitiativen dazu wächst und die ersten Systeme zum derartig automatisierten Bauen stehen kurz vor Marktreife und Serienfertigung. Es sei daher wichtig, hob das Bauministerium hervor, im Land mit Projekten zu starten, damit nicht nur die Forschung sondern auch die Wertschöpfung hier stattfinde. Die Digitalisierung des Bauwesens soll daher in den kommenden Jahren mit jeweils 750 000 Euro gefördert werden.

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