Bildungsmonitor: Schlechtester Betreuungsschlüssel in NRW

NRW kommt im Bildungsvergleich der Bundesländer seit vielen Jahren nur in Trippelschritten voran. In entscheidenden Kategorien landet Das Bundesland weit hinten oder ist sogar Schlusslicht. Akute Handlungsfelder bleiben Bildungsarmut und schlechte Betreuungsbedingungen.

14.08.2020, 11:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nordrhein-Westfalen hat einer Studie zufolge seit Jahren die schlechtesten Betreuungsbedingungen an Schulen und Hochschulen bundesweit. Das geht aus dem am Freitag in Berlin vorgestellten „Bildungsmonitor 2020“ der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hervor. Beim Betreuungsschlüssel Schüler-Lehrer landet NRW erneut als Schlusslicht auf Platz 16.

„Gemessen an der Zahl der Schülerinnen und Schüler gibt es weniger Lehrkräfte als in anderen Bundesländern“, hieß es in der NRW-Analyse. „Das ungünstigste zahlenmäßige Verhältnis existiert weiterhin an den Hochschulen.“ Eine Lehrkraft - Professor, Dozent oder Lehrbeauftragter - habe in NRW im Jahr 2018 rechnerisch 26,5 Studierende zu betreuen gehabt (Bundesdurchschnitt: 17,7). Im Zehnjahresvergleich habe sich NRW aber immerhin etwas nach vorne gerobbt (2008: 29,5)

Klassenbester in der Gesamtbewertung bleibt Sachsen. NRW landet in der Gesamtbetrachtung aller Kategorien auf Rang 12 und ist damit immerhin einen Platz nach vorne geklettert. Im Vorjahr hatte NRW sogar zwei Plätze gut gemacht im Vergleich zu 2018. Schlusslicht im Bildungsmonitor 2020 ist Sachsen-Anhalt.

Ein chronisches Problem bleibt in NRW die „Bildungsarmut“. „Bei der Überprüfung der Bildungsstandards erreichten überdurchschnittlich viele Neuntklässler im Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften nur die unterste Kompetenzstufe“, heißt es in der NRW-Analyse. In dieser Kategorie landet NRW auf Platz 14 der Vergleichsstudie.

Besonders schlecht schneidet Nordrhein-Westfalen auch bei der Bewertung ab, wie viel Geld Bildung den einzelnen Ländern wert ist. NRW weise der Bildung bei seinen öffentlichen Ausgaben „die zweitniedrigste Priorität zu“, stellt die Studie fest. „In den Grundschulen liegen die Ausgaben je Schüler mit 5400 Euro um 1000 Euro unter dem Bundesschnitt.“

Einen respektablen 5. Platz konnte NRW dagegen im Bereich Integration erringen. Die Zahl der ausländischen Schulabsolventen ohne Abschluss ist hier mit 16 Prozent geringer als im Bundesdurchschnitt (18,2 Prozent) - „der drittbeste Wert aller Bundesländer“, so die Studie.

Die Vergleichsstudie bewertet nach Angaben der INSM , „inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert“. Neben dem Leistungsstand von Schülern wird unter anderem verglichen, wie viel Geld ein Land pro Schüler ausgibt, wie das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern oder wie hoch der Anteil jüngerer Lehrer ist. Auch die Schul- und Azubi-Abbrecherquoten werden untersucht. Die INSM wird nach eigenen Angaben von den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie finanziert.

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