Dreifache Mutter aus Kamen in Haft: Sie soll ihre eigenen Kinder missbraucht haben

dzKinderpornos für Chatpartner

Die Spuren eines Kinderporno-Funds in Hamburg führen nach Kamen. Eine Mutter soll ihre eigenen Kinder vor der Kamera missbraucht und Bilder und Videos einem Chatpartner geschickt haben.

Kamen

, 12.08.2020, 15:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 26. Februar bekam eine Kamenerin unerwarteten Besuch von der Polizei. Die Beamten präsentierten der Mutter von drei Kindern einen Durchsuchungsbeschluss und schauten sich in der Wohnung um.

Was sie auf Smartphones fanden, erhärtete einen schweren Verdacht. Auf Fotos und Videos soll zu sehen sein, wie die heute 38-jährige Frau ihre drei leiblichen Kinder im Alter von heute sechs, zehn und 13 Jahren sexuell missbraucht.

Der Kindesmissbrauch sollen sich zwischen Silvester 2018 und 23. Februar 2020 abgespielt haben. Inzwischen haben die Ermittler das erschütternde Material ausgewertet, die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben. Am 20. August beginnt der Strafprozess gegen die Frau vor dem Landgericht Dortmund. Sie wird dann aus der Untersuchungshaft in den Gerichtssaal geführt.

Juristisch sind die Vorwürfe als Verbrechen einzuordnen: Die Anklagepunkte sind 32 Fälle der Herstellung kinderpornografischer Schriften, in elf Fällen tateinheitlich mit sexuellem Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen und in sieben Fällen mit besonders schweren sexuellen Missbrauch von Kindern.

In 36 weiteren Fällen soll die Frau die selbst angefertigten Kinderpornos an Dritte weitergegeben haben. Einer dieser Dritten ist ein Hamburger.

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Eine Spur aus der Elbmetropole brachte die Polizei im Kreis Unna auf die Spur der verdächtigen Frau. Die norddeutschen Kollegen hatten im März 2019 bei dem Hamburger Kinderpornos sichergestellt, die in der Folge ausgewertet wurden.

Auf den Beweismitteln, so stellte sich bei der Durchsicht und weiteren Ermittlungen heraus, waren die Kinder der Kamenerin zu identifizieren. Über das weitere Schicksal der Kinder nach der Verhaftung der Mutter ist bislang nichts bekannt.

Kinderpornos in Absprache mit Chatpartner angefertigt

Die dreifache Mutter soll den Hamburger übers Internet kennengelernt haben und telefonisch und per Chat mit ihn in Kontakt geblieben sein. In Absprache mit ihm soll sie eine Vielzahl pornografischer Aufnahmen von sexuellen Handlungen an ihren leiblichen Kindern angefertigt und diese an die Internetbekanntschaft „sowie weitere Personen über das Internet versandt haben“, so die Staatsanwaltschaft Dortmund.

Die Filmaufnahmen sollen teilweise auch schwere sexuelle Missbrauchshandlungen, die die Angeklagte vorgenommen haben soll, zeigen. Im Fall einer Verurteilung droht der Frau eine Haftstrafe bis zu zehn Jahren. Dem Hamburger wird ein eigener Prozess gemacht.

Kein Zusammenhang mit Missbrauchskomplex Bergisch-Gladbach

Der Fall weckt Erinnerungen an Missbrauchsfälle wie in Bergisch Gladbach, doch der Kamener Fall soll damit nichts zu tun haben. Ermittler hatten im Oktober 2019 die Wohnung eines 43-Jährigen in Bergisch Gladbach durchsucht und dabei riesige Mengen kinderpornografischen Materials gefunden. Die Spuren könnten zu potenziell mehr als 30.000 Verdächtigen führen.

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