Ortsverband „Die Partei“: So reagieren die Orts-Fraktionen auf den politischen Mitbewerber

dz„Die Partei“

Dass sich künftig ein Ortsverband der Satirepartei „Die Partei“ in Holzwickede kommunalpolitisch einbringen will, ist auch in den etablierten Parteien ein Thema. Den jungen Satirikern schlägt Wohlwollen entgegen.

Holzwickede

, 17.10.2019, 17:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Juli hat sich unter dem Ortsvorsitzenden Justus Scherding ein Ortsverband der Partei „Die Partei“ gegründet. Wie auf Bundesebene setzt auch der Ortsverband dabei auf einen satirischen Umgang mit Politik. Ein Ansatz, der in den übrigen Fraktionen zumindest nicht abgelehnt wird, wenn „Die Partei“ beispielsweise eine Sessellift-Verbindung aus der Gemeinde nach Hengsen fordert.

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„Ich freue mich auf die Fahrt im Sessellift“, sagt SPD-Fraktionschef Michael Klimziak. Er kann auch über eine Carolinenbrücke als SPD-Gedächntnisbrücke lachen. „Obwohl es da noch zwei andere Parteien gab, die für die Brücke stimmten“, sagt Klimziak. Dass Scherding und Co. aber den Finger in diese Wunde legen, sei für ihn völlig legitim.

Dass Justus Scherding als einstiges SPD-Mitglied die Partei wechselte, kann Klimziak nachvollziehen. „Man merkt ihm den Frust an. Ich denke aber, dass der von der SPD-Politik auf Bundesebene herrührt.“

Für Frank Markowski, Fraktionschef der CDU, ist „die Partei“ ein Beleg dafür, dass sich Politik wandelt und sich Konstellationen im Rat ändern können. „Neue Parteien sind legitim. Wenn wir aber unsere Handlungsfelder im Sinne der Bürger abdecken, müssen wir keine Sorgen wegen politischer Mitbewerber haben“, sagt Markowski.

„Die Partei“ ist auch Gesprächsthema auf dem Fußballplatz

Gesprächsthema war laut Friedhelm Klemp „die Partei“ unter der Woche auch am Fußballplatz. „Da hat der eine oder andere an den 1. April gedacht“, sagt der Grünen-Fraktionschef. Dabei sieht Klemp es zwar kritisch, wenn jemand wie Martin Sonneborn „fürs Nichtstun“ im EU-Parlament viel Geld bekomme. Auf kommunaler Ebene begrüße er es aber, wenn die Neulinge Spaß in die Politik bringen. „Deren Kreativität kann zur politischen Vielfalt beitragen“, so Klemp.

„Auf die Ideen muss man erstmal kommen. Man merkt, dass sie sich mit den Themen befassen. Es ist eben eine andere Altersklasse mit anderer Perspektive“, sagt BBL-Fraktionsvize Stefanie Meier. Einen Einzug der „Partei“ in den Rat fände sie spannend und hat die Hoffnung, dass aus spaßigen Ideen auch ernsthafte Ansätze hervorgehen.

Hier sieht FDP-Fraktionschef Jochen Hake den wunden Punkt, „wenn wir uns als Ehrenamtler nur mit albernen Spaß-Vorschlägen befassen müssten.“ Sollte der Sprung in den Rat aber gelingen, würden Scherding und Co. schnell merken, dass ein gewisser Pragmatismus sinnvoll sei. „Aber jeden frischen Wind in der Kommunalpolitik können wir nur begrüßen“, sagt auch Jochen Hake.

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