Die BVB-Geschichten dieser Saison wiederholen sich - Dortmund läuft die Zeit davon

Borussia Dortmund

Der BVB will gegen Frankfurt zurück in die Erfolgsspur finden. Mal wieder. Die Geschichten wiederholen sich, die Fehler des Teams auch. Dortmund läuft die Zeit davon.

Dortmund

, 14.02.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die BVB-Geschichten dieser Saison wiederholen sich - Dortmund läuft die Zeit davon

Lucien Favre steht mit dem BVB gegen Frankfurt in der Pflicht. © imago / Revierfoto

Da saßen sie einmal mehr. Lucien Favre, der BVB-Trainer, auf der Mitte des Podiums im kleinen Pressekonferenzraum auf Borussia Dortmunds Trainingsgelände in Dortmund-Brackel, und Michael Zorc, der Sportdirektor, zu Favres Linken. Ein bisschen gute Miene zum bösen Spiel, hier mal ein Witz, da mal ein Lächeln - und dann Sätze, die so alle schon gefallen sind in dieser Saison. „Es geht weiter“, sagte Favre, „wir müssen nach vorne schauen und positiv denken. Das ist die einzige Lösung.“ Zorc erklärte: „Wir bauen auf unsere Heimstärke, wir wollen zurück in die Erfolgsspur. Wir haben eine sehr gute Heimbilanz in dieser Saison - und da wollen wir anschließen.“

Ein BVB-Sieg gegen Eintracht Frankfurt ist Pflicht

Bisher hat das regelmäßig funktioniert. Es ist der ewige Kreis des BVB in dieser Bundesliga-Spielzeit - auswärts zu oft pfui, zu Hause meistens hui. 24 von 30 möglichen Punkten hat Borussia Dortmund in den bisherigen zehn Heimspielen gesammelt. Die BVB-Auftritte im Signal Iduna Park sorgten stets verlässlich dafür, dass die Stimmungskurve wieder nach oben wanderte, wenn sie gerade im Keller war. Zumindest fast immer. Das 2:2 gegen Werder Bremen im eigenen Wohnzimmer Ende September sorgte für ein bisschen dicke Luft, das 3:3 gegen RB Leipzig im Dezember wurde mit dem Prädikat „äußerst ärgerlich“ versehen, das 3:3 nach 0:3-Halbzeit-Rückstand gegen den SC Paderborn allerdings verschärfte die Gemengelage bei Borussia Dortmund kurz vor der Mitgliederversammlung im November wie diese rote Soße, die in keinem Asia-Imbiss der Welt auf der Theke fehlen darf.

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Damals, nach Paderborn, stand Lucien Favre erstmals in seiner Dortmunder Amtszeit wirklich mit dem Rücken zur Wand. Eine Niederlage eine Woche später bei der Hertha aus Berlin, und Favre hätte wohl „au revoir“ sagen müssen. Es ging gerade nochmal gut - und es soll auch heute Abend gegen Frankfurt (20.30 Uhr, live auf DAZN) wieder gutgehen. Ein Sieg gegen die Eintracht ist dafür Pflicht, erstmals seit knapp elf Monaten - damals gab’s ein 1:2 in Augsburg und ein 0:1 gegen Tottenham in der Champions League - hat der BVB wieder zwei Pflichtspiele nacheinander verloren. Der Pokal ist futsch, in der Liga konnte aus der Punkteteilung zwischen Bayern München und RB Leipzig kein Profit gezogen werden, die Zeit für tabellarische Korrekturen wird immer knapper. Die Stimmungslage im schwarzgelben Lager, die in dieser Spielzeit stärker schwankt als Schiffe bei hohem Seegang, ist aktuell mal wieder angespannt.

Letzte BVB-Heimniederlage gegen Frankfurt vor zehn Jahren

Die größte Frustquelle freilich ist das eigene Defensivverhalten. 32 Gegentore hat der BVB in 21 Ligaspielen kassiert, allerdings 22 davon in der Fremde. Das macht Mut aus schwarzgelber Sicht, zumindest für den Freitagabend. Genauso wie die Tatsache, dass Borussia Dortmund zuletzt vor zehn Jahren im eigenen Stadion gegen Frankfurt verloren hat. Damals war ein gewisser Michael Skibbe nicht Trainer in der Dortmunder U19, sondern stand noch für die Eintracht an der Seitenlinie.

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Doch es gibt auch Grund zur Sorge. Eintracht Frankfurt ist als einziges Team der Bundesliga neben Bayern München noch ungeschlagen in der Rückrunde, holte aus den jüngsten vier Spielen zehn Punkte und kegelte darüber hinaus Leipzig aus dem Pokal. „Wir wissen“, sagte Favre, der auf die verletzten Marco Reus, Julian Brandt und Thomas Delaney verzichten muss, „dass Frankfurt bislang eine sehr gute Rückrunde gespielt hat.“ Danach sagte er wieder einen dieser Sätze, die schon so oft gefallen sind im bisherigen Saisonverlauf. „Wir müssen uns sehr gut vorbereiten.“ Besser wär‘s vermutlich.

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