Eishalle bekommt mehr Lärmschutz, damit sie auch im Sommer genutzt werden kann

dzNeue Investitionen

Die Stadt will wieder selbst Eigentümerin der Eishalle werden und sie hat große Pläne: Künftig soll es auch im Sommer mehr Veranstaltungen in der Halle geben – und dafür sind Investitionen geplant.

Bergkamen

, 14.02.2020, 11:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Kapitel ihrer Geschichte im Eigentum der Gemeinschaftstadtwerke (GSW) soll für die Bergkamener Eishalle bald enden. Die Stadt will ihre Halle zurück und will dann auch investieren.

Noch vor wenigen Jahren sah die Situation der Bergkamener Eishalle noch völlig anders aus: Unter der Leitung der Stadtwerke machte die Halle zuletzt eine halbe Million Euro im Jahr Verlust. Dieses Geld wurde mit dem Gewinn verrechnet, den die GSW an die Kommunen ausschütten. Damals stand sogar zur Diskussion, die Halle abzureißen und das Gelände anders zu nutzen.

Eishalle bekommt mehr Lärmschutz, damit sie auch im Sommer genutzt werden kann

Die Halle ist mittlerweile gut ausgelastet. Auch viele Vereine, Gruppen und Schulen aus anderen Städten nutzen sie. © Marcel Drawe

Eishalle ist gut ausgelastet

Das hat sich völlig gewandelt, seit Dr. Martin Brodde als privater Betreiber die Halle übernommen hat. Er kommt mit einem sehr geringen Zuschuss der Stadt aus und hat die Halle während der Wintermonate mehr und mehr ausgelastet und damit offenbar in die schwarzen Zahlen gebracht. Immer mehr Vereine und Hobbygruppen nutzen Trainingszeiten in der Halle. Hinzu kommen Schulen aus der weiten Umgebung, die in der Halle Schulsport oder sogar Klassenfahrten an den Häupenweg anbieten.

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Das sind so viele, dass Brodde sogar optimistisch davon ausgeht, dass er den Verlust der Eissportvereine aus Unna ohne Probleme verkraften kann, wenn die Halle dort wieder in Betrieb geht.

Eishalle bekommt mehr Lärmschutz, damit sie auch im Sommer genutzt werden kann

Die Halle befindet sich nach Einschätzung von Stadt und Betreiber in einem guten Zustand. © Marcel Drawe

Viele Kommunen haben ihre Hallen aufgegeben

„Mittlerweile reicht der Einzugsbereich der Eishalle von Ibbenbüren bis nach Köln“, sagt der Bergkamener Dezernent und Kämmerer Marc Alexander Ulrich. Das liegt auch daran, dass viele Kommunen ihre Eishallen mittlerweile aufgegeben haben.

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In Münster beispielsweise wurde vor einigen Jahren eine Halle abgerissen, die fast baugleich mit der Bergkamener Halle war. Für die Stadt ist die gute Auslastung der Anlass, wieder über Investitionen in die Halle nachzudenken. Sie will sie vornehmen, wenn sie wieder Eigentümerin ist. Ob die Halle für den berühmten einen Euro zurück zur Stadt wechselt, steht noch nicht fest. „Es soll sich aber um einen geringen Betrag handeln“, sagt Ulrich.

Eishalle bekommt mehr Lärmschutz, damit sie auch im Sommer genutzt werden kann

Auch die Beleuchtung in der Eisfläche soll die Halle für Läufer attraktiver machen. © Marcel Drawe

Investitionen mussten verschoben werden

Eigentlich waren die Investitionen in die Eishalle sogar schon in diesem Jahr geplant. Die Stadt wollte Mittel aus dem Konjunkturpaket III (KP III) der Bundesregierung für die Sanierung des Daches nutzen.

„Der Einzugsbereich der Halle reicht von Ibbenbüren bis Köln“
Kämmerer Marc Alexander Ulrich

Es stellte sich jedoch heraus, das das nicht möglich ist: Die KP III-Mittel müssen bis Ende dieses Jahres ausgegeben sein. Arbeiten in der Halle müssten aber schon beginnen, wenn die Eislaufsaison im April endet. Bis dahin hätte die gesamte Planung für die Sanierungsmaßnahmen einschließlich der Vergabe an ein Unternehmen stehen müssen. „Das ist in dieser kurzen Zeit nicht zu schaffen“, sagt der Kämmerer. Die Mittel sollen an eine andere Stelle fließen. Die Stadt will in den kommenden Jahren in die Halle investieren.

Bei der Sanierung des Dachs soll es nicht nur wie bei anderen Gebäuden um eine bessere Energiebilanz für die Eishalle gehen. Die Stadt will auch den Lärmschutz verbessern. Das Dach ist nicht so konzipiert, dass es tatsächlich dicht ist, Anwohner hatten gelegentlich über Lärm aus der Halle geklagt.

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Der Lärmschutz soll auch verbessert werden, damit der Betreiber die Halle in den Sommermonaten intensiver für Veranstaltungen nutzen kann. Auch Betreiber Dr. Brodde hat nach dem Ende der Eislaufsaison weitere Investitionen in die Halle angekündigt. Er hat schon den Eingangsbereich neu gestaltet und die veraltete Lichttechnik in der Halle durch eine moderne und energiesparende LED-Technik ersetzt.

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